Würdet ihr einen Cyberster (oder generell E-Auto) auch als Gebrauchtwagen kaufen? Oder ist das Risiko mit einer zu "ausgelutschten" Batterie mit eventuell fehlender Pflege zu hoch?
E-Gebrauchtwagen --- Kaufen oder nicht?
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Das ist eine sehr gute Frage.
Google mal nach State-of-Health (SoH) Zertifikat. Ohne ein solches würde ich ein gebrauchtes E-Auto nicht mit der Kneifzange anfassen.
Es gibt verschiedene Testmethoden. Einfacher/günstiger und besser/teurer.
Vertraue nicht auf das, was der Verkäufer dir da einfach sagt oder auf einem einfachen Papier (nicht Zertifikat) zeigt.
Vertraue keinem Verkäufer, der einfach auf die Anzeige im Auto verweist.
Vertraue keinem Verkäufer, der dich davon abhalten will, auf eigene Kosten (ab ca. 100,-) einen Test mit Zertifikat zu machen.
Ein seriöser Verkäufer hat so ein Zertifikat bereits parat. Sollte natürlich möglichst aktuell sein.
Je älter das Auto ist und je mehr Kilometer und damit Ladezyklen es drauf hat desto "ausgelutschter" ist der Akku. Der "pflegliche" Umgang ist natürlich auch nicht unwichtig. Das wird mit der Entwicklung neuer Batterietechnologie immer besser. Aber aktuell ist das durchaus noch ein Thema. Wer möchte bspw. einen Gebrauchten mit rund 75% SoH noch wirklich haben? Ein neuer Akku ist finanziell i. d. R. nicht vermittelbar.
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Hallo,
im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass die Akkus eher weniger das KO-Kriterium für einen Gebrauchten sind. EinBatteriezertifikat ist natürlich Standard, wobei ich hier denke, wenn der Verkäufer dich täuschen will, ist so ein Zertifikat zu fälschen auch nicht mehr weit.
Kilometerstand anschauen und die Gelenke der Achsen prüfen. Ist der Vorgänger vernünftig damit umgegangen, dürfen diese kein nennenswertes Spiel haben, wackelt es, ist es nicht wirklich Pfleglich damit umgegangen. Ansonsten würde ich wie beim Verbrenner vorgehen und alles prüfen. Zumindest sind Zweifel bezüglich elektrisch gebraucht nicht größer als beim Verbrenner, eher geringer.
Gruß Stefan
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Bei allen neueren E-Autos würde ich mir um die Batterie keine großen Sorgen machen. Habe meinen Cyberster und EQB gebraucht in einem Autohaus gekauft und hatte nichts zu beanstanden, ob mit oder ohne SoH-Zertifikat. Auf die Batterien gibt es jetzt ja mindestens 7 Jahre Garantie, d. h. dass bis dahin noch 80 % SoH vorhanden sein sollen.
Man sollte aber vorher abklären, wofür man das Auto braucht. Nur gleichbleibende Strecken und mal zum Einkaufen, sowie eigene Wallbox, dann kann man auf riesige Reichweiten verzichten und ggf. täglich laden. Dann reicht u.U. auch ein Gebrauchter mit 75 % SoH, wenn die Reichweite noch groß genug ist und der Preis stimmt.
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Vielen Dank!
Ich hatte bereits den Eindruck, dass der Kauf von Neuwagen bei E-Autos üblich und notwendig ist, wenn man keine Überraschungen erleben will. Wobei das sowieso mein Ziel ist.
Trotzdem ist es interessant, darüber nachzudenken bzw. sich mit den neuen Gegebenheiten bei E-Autos zu beschäftigen. Ein kaputter Akku kommt ja in diesem Fall einem Motorschaden gleich bzw. die Wirtschaftlichkeit ist nicht mehr gegeben für eine Reparatur.Verkäufern traue ich in solchen Angelegenheiten ohnehin nicht.

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Ich hatte bereits den Eindruck, dass der Kauf von Neuwagen bei E-Autos üblich und notwendig ist, wenn man keine Überraschungen erleben will. Wobei das sowieso mein Ziel ist.
Ne, es gibt bislang einfach wenige Gebrauchte und das Zertifikat gibt’s (mWn) noch nicht so lange.
Wie schon gesagt, die Akkus sind eigentlich nie ein Problem. Und mit noch laufender Garantie & Zertifikat bist Du auf der sicheren Seite.
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Ich hatte bereits den Eindruck, dass der Kauf von Neuwagen bei E-Autos üblich und notwendig ist, wenn man keine Überraschungen erleben will.
Also, ich würde nicht soweit gehen, dass gebrauchte EVs aktuell gänzlich sinnfrei oder zu riskant sind. Ein notfalls selbst veranlasster SoH Test ist ja auch durchaus im Rahmen. Bei Verbrennern machen Kaufinteressenten mitunter auch nochmal selbst eine professionelle Überprüfung. Die ist ja auch nicht kostenlos.
Dafür haben EVs im Vergleich zu Verbrennern aufgrund der deutlich einfacheren Antriebstechnik genau dort auch weniger Risiken.
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Auf die Batterien gibt es jetzt ja mindestens 7 Jahre Garantie, d. h. dass bis dahin noch 80 % SoH vorhanden sein sollen.
Im nicht Premium Segment (in dem auch der Cyberster liegt) sind es aber meist eher 70%. Mit bspw. 7 Jahren bzw. X gefahrene km.
Da tun sich die meisten Hersteller meist nicht viel. Bei MG sind es auch 70%.
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Ich habe den Cyberster gebraucht gekauft, das war ein Pressefahrzeug von MG München. Laufleistung 9390km, EZ 09/24. Der wurde scheinbar hauptsächlich von Autozeitschriften und Youtubern gefahren, das hier ist jetzt meiner:
Externer Inhalt www.youtube.comInhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.An den Reifen sieht man, dass er sicher schon viele Beschleunigungstests hinter sich hat. Ein Batteriezertifikat stand zwar in der Anzeige bei mobile.de, der Händler musste das aber auf Nachfrage erst erstellen lassen. Das bekam ich dann mit 100% SoH, Carscanner zeigte 99,5%. Jetzt bin ich bei etwa 20tkm, und SoH zeigt mir Carscanner 99,3%.
Aufgrund dieser Erfahrung erwarte ich keine ausgelutschten Akkus durch "sportliche" Fahrweise. Das Laden mit max 144kW am HPC ist auch ziemlich langsam, das schont den Akku. Und bei Hitze oder niedrigem Akkustand begrenzt er auch sehr deutlich die Leistung, ebenfalls gut für die Langlebigkeit des Akkus. Den Akku bekommt man nur kaputt, wenn man ihn bis 0% Leer fährt und dann sehr lange (Monate-Jahre) so stehen lässt.
Ich denke den größten Wertverlust werden unsere Fahrzeuge durch das Nachfolgemodell mit besserem Akku, den Denza Z oder andere vergleichbare Fahrzeuge erleiden. Die Akkukapazität ist da nachrangig, niemand kauft diesen Wagen wegen der herausragenden Reichweite

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Ich würde und habe bei Verkauf ein Zertifikat der Anzeige beigefügt. Wenn ich als Käufer sehe, was mit dem Akku los ist, hätte ich kein bedenken, ein gebrauchtes Auto zu kaufen. Bei einem Vorführwagen mit einem halben Jahr macht ein Zertifikat aber keinen Sinn.
wobei ich hier denke, wenn der Verkäufer dich täuschen will, ist so ein Zertifikat zu fälschen auch nicht mehr weit.
Bei Aviloo ist ein QR Code auf dem Zertifikat, womit sich dieses direkt bei Aviloo herunterladen lässt. Dann kann man sicherstellen, daß das Zertifikat in der Anzeige nicht verändert wurde. Ein Zertifikat, welches nach einer richtigen Messung, wie von Aviloo, würde ich immer einen solchen vorziehen, welches nur der vom BMS ausgelesenen Wert enthält, denn dieser kann stark verfälscht sein, wenn der Akku länger nicht auf 100% und deutlich unter 10% ge-/entladen wurde. Und oft sehr lange 100% anzeigt, solange die Reserve noch nicht aufgebraucht wurde.
Und mit noch laufender Garantie & Zertifikat bist Du auf der sicheren Seite.
Es macht schon einen Unterschied, ob der Akku bei Ablauf der Garantie noch gerade so den Garantiewert erreicht oder gar bei 90% liegt. Der Wert ist stark abhängig davon, wie der Vorbesitzer damit umgegangen ist. Manche Hersteller garantieren lediglich 70% und ab diesem Wert nimmt dann die Degradation deutlich zu, weshalb er dann, zumindest für Fahrzeuge, als nicht mehr ausreichend angesehen wird.