Das Problem mit den Verbrennern ist, dass die Autokonzerne in Europa (und Japan) die Entwicklung von E-Autos total verpennt haben, weil sie mit ihren technisch ausgereizten Verbrennern ohne weitere Entwicklungskosten richtig viel Geld machen können. Für die Produktion werden viele Leute gebraucht und die Technik ist so komplex, dass auch noch viele Werkstätten davon leben können. (Schaut euch mal die "Autodoktoren" bei Vox oder Youtube an, was da an so einem Verbrenner alles an komplexer Technik kaputt gehen kann.) Viele Leute verdienen dadurch viel Geld und alle sind's zufrieden.
E-Autos sind in der Produktion und in der Wartung erheblich weniger anspruchsvoll, was zu einem Rückgang der Arbeitsplätze sowohl in der Automobilindustrie als auch bei den Werkstätten führt. Davor haben viele Angst. Dass die dadurch "frei" werdenden Arbeitskräfte dem allgegenwärtigen Fachkräftemangel entgegen wirken können, haben nur die wenigsten auf dem Schirm.
Hinzu kommt, dass die Automobilhersteller die zurzeit noch hohen Kosten für die Entwicklung der Batterien voll auf die Preise der E-Autos aufschlagen, statt sie auf alle produzierten Autos zu verteilen. (Als 1983 die CD eingeführt wurde, war es ähnlich. Die ersten CD-Player kosteten 2000 DM und erst nach einem Jahr gingen die Preise auf etwa 1000 DM zurück. Nach ein paar Jahren gab es dann auch Geräte für wenige Hundert DM.) Durch die Prämien, die es vor ein paar Jahren für E-Autos gab, wurde das vorübergehend ausgeglichen. (Mein e208 hat mich nach Abzug der Förderung rund 24000 € gekostet, was für einen Kleinwagen mit der gebotenen Fahrleistung und Ausstattung absolut angemessen war. Der aktuelle Preis liegt bei rund 40000 €!) Durch die Prämie konnten vor drei/vier Jahren viele E-Autos zu konkurrenzfähigen Leasingraten angeboten werden. Die gibt es jetzt nicht mehr, was der Grund dafür ist, dass viele nach Ablauf der Leasingdauer nun für dasselbe Geld nur noch einen Verbrenner bekommen.
Das Alles, verbunden mit gezielter Falschinformation von Lobbyisten und dummschwätzenden Politikern sowie einer sensationsgeilen Presse ("Viele E-Auto-Besitzer steigen wieder auf Verbrenner um"), führt eben zu der verbreiteten Skepsis und teilweise sogar Angst vor neuen Technologien. Und wenn dann der Nachbar ein E-Auto hat, das er mittels selbst erzeugtem Solarstrom auch noch extrem günstig fährt, man selbst aber noch Verbrenner fährt, wird das eigene schlechte Gewissen (im Grunde weiß man ja doch, dass der Nachbar es richtig macht) berruhigt und alles Negative, was man irgendwann mal zum Them E-Mobilität gehört hat und von dem man eigentlich auch weiß, dass es entweder Unsinn oder schlicht überholt ist, an Argumenten vorgebracht.
Etwas Neid kommt dann auch noch dazu. Vielleicht auch, weil E-Autos einfach viel mehr Spaß beim Fahren machen. 