Mission: E-Auto laden mit der ezgogo 11 kW
Hallo zusammen,
hier ein kleiner Erfahrungsbericht.
Die Ausgangslage
Meine Stromquelle kommt aus reiner Luft. 
Genauer gesagt aus meiner 15-kWp-PV-Anlage.
Einen Anschluss ans öffentliche Stromnetz gibt es nicht.
Das nennt sich in Fachkreisen:
Inselanlage.
Klingt eigentlich ziemlich cool.
Insel + Sonnenschein = Urlaub. 🏝️☀️
Zumindest in der Theorie.
Denn wenn die Sonne scheint, ist die Stromversorgung blendend.
Wenn es regnet, beginnt dagegen der Überlebenskampf.
🛠️ Der Bau der legendären roten
Dose
Letzten Sonntag war es endlich so weit:
Die rote 16-A-Kraftstromdose sollte installiert
werden.
Ein überschaubares Projekt.
Dachte ich.
Es hat irgendwie den ganzen Tag gedauert.
Gut … ich habe das Ganze im Prinzip auch zweimal
gemacht.
Aber was soll's.
Gegen Abend war sie endlich fertig.
Die rote Dose hing.
Der Inselbewohner war stolz.
Die ezgogo stand bereit.
Mission E-Auto laden konnte beginnen.
Leider gab es ein kleines Problem:
Die Sonne war weg.
Tja. So ist das auf einer Insel.
Man kann nicht einfach beim Energieversorger anrufen und sagen:
„Könnten Sie mal kurz 11 kW Sonne schicken?“
Also blieb nur ein Funktionstest.
Laden war nicht möglich.
Überlebensregel Nr. 1:
Zitat
Lade dein E-Auto nicht nachts, wenn deine Stromquelle die
Sonne ist.
🌧️ Die Sonne hat gekündigt
Am nächsten Morgen dachte ich:
Jeden Tag geht die Sonne auf.
Nur bei mir irgendwie nicht.
Wolken.
Regen.
Regenschauer.
Der Wetterbericht klang wie eine offizielle Warnung vor dem Ende
der Zivilisation.
Mein E-Auto stand da.
23 % Akkuladung.
Die ezgogo stand ebenfalls da.
Bereit zum Einsatz.
Also:
Nicht verzagen – laden wagen!
Stecker rein.
Strom an.
Und dann …
Volle Ladung!
Ähm …
Nee.
Das war wohl etwas zu optimistisch.
⚡ Die brutale Realität der 15 kWp
15 kWp auf dem Dach hört sich erst einmal gewaltig an.
Bei Sonnenschein ist das auch eine feine Sache.
Bei Regenschauern sieht die Welt allerdings anders aus.
Da kommen dann teilweise nur 4 kW oder weniger
vom Dach.
Und mein Auto möchte natürlich gerne etwas mehr.
Die Lösung:
Die ezgogo kann auch weniger.
Denn weniger ist mehr!
Eine richtig praktische Funktion ist der Ampere-Einstellknopf.
Die Ladeleistung lässt sich in fünf Stufen
einstellen.
Für eine Inselanlage wie meine ist das tatsächlich Gold wert.
Denn ich kann die Ladeleistung einfach an das anpassen, was die
Sonne gerade freundlicherweise bereit ist zu liefern.
🔋 Der Kampf gegen die Wolken
Die Natur braucht Regen.
Das verstehe ich.
Die Pflanzen freuen sich.
Die Bäume freuen sich.
Der Rasen freut sich wahrscheinlich auch.
Meine PV-Anlage eher nicht.
Nach unserem Sommer braucht die Natur dringend Wasser.
Meine PV-Anlage dagegen dringend Sonne.
Und wer gewinnt?
Natürlich:
Die Wolken.
Verflixt!
Also wieder Tüfteln und Probieren.
Und plötzlich die Erkenntnis:
Hey!
Ich kann sogar einphasig mit 6 Ampere laden.
Das ist zwar nicht gerade Formel 1 unter den Ladegeschwindigkeiten
…
… eher Rollator mit Blinker …
aber immerhin:
Der Tag ist vorbei und mein Akkustand ist tatsächlich um 7
% gestiegen.
Sieg!
Die Insel hat wieder zugeschlagen.
🐌 Laden mit 6 Ampere – Entschleunigung auf
vier Rädern
Das dauert natürlich ewig.
Aber dafür ist es wunderbar akkuschonend.
Mein Auto wird mich lieben.
Vielleicht flüstert es irgendwann:
Zitat
„Danke, dass du mich so langsam lädst.“
Ich werde dann antworten:
Zitat
„Keine Ursache. Wir haben schließlich keinen Strom.“
🚨 Der Stecker lässt sich nicht
lösen!
Und jetzt wurde es spannend.
Ein altes Sprichwort sagt:
„Wo Licht ist, ist auch Schatten.“
Sag das mal einem PV Betreiber …
Bei der ezgogo gibt es nämlich eine kleine Besonderheit:
Keinen Ausschalter.
Zumindest keinen, mit dem ich den Ladevorgang einfach direkt am
Gerät beenden kann.
Das ist, sagen wir mal … gewöhnungsbedürftig.
Mein Auto war während des gemütlichen Ladens inzwischen
eingeschlafen.
Und ich bekam es nicht mehr richtig wach.
Die Türen gingen auf.
Aber sonst war … nix.
Keine Reaktion.
Keine Weiterfahrt.
🔌 Notfallmaßnahme
Also blieb nur die harte Methode:
400-V-Stromkreis abschalten.
Zack.
Aus die Maus.
Im Auto noch ein bisschen:
Klick … klack … surr …
Die Relais erledigten ihre Arbeit.
Dann:
Ruhe.
Gut.
Jetzt nur noch den Ladestecker herausziehen.
Dachte ich.
Ich zog.
Nichts.
Ich zog etwas kräftiger.
Immer noch nichts.
Hä???
Der Stecker saß fest.
Oh manno!
„Los, du Kiste! Rück den Stecker raus!“
Kurzer Blick in die Werkzeugkiste.
Vorschlaghammer …
…
Nach drei, vier beherzten Schlägen war der Stecker ab.
(Späßle gemacht!)
Zitat
Innige Beziehungen sind manchmal untrennbar.
💡 Die Rettung
Bei laufendem Fahrzeug gibt es auf der Ladeanzeige ein kleines
Symbol zum Entriegeln des Steckers.
Einfach draufdrücken.
Schwupp.
Die Entriegelung surrt.
Der Stecker lässt sich herausziehen.
Problem gelöst.
Man muss es halt nur wissen.
Überlebensregel Nr. 2:
Zitat
Bevor du zum Vorschlaghammer greifst, schau auf das Lade - Display.
🏁 Mission abgeschlossen
Damit endet mein kleines Abenteuer „E-Auto laden auf der
PV-Insel“.
Fazit:
Die ezgogo funktioniert bei meiner speziellen Situation
grundsätzlich prima.
Besonders praktisch finde ich die Möglichkeit, die Ladeleistung
herunterzuregeln und damit den aktuell verfügbaren PV-Strom optimal
auszunutzen.
Man braucht allerdings Geduld.
Sehr viel Geduld.
Aus den beworbenen 11 kW werden bei Sonnenschein
vielleicht ordentliche Ladeleistungen.
Bei Regen wird daraus dagegen eher:
„Wir laden heute mal gemütlich.“
Aber das gehört zum Insel-Leben dazu.
Denn:
Ich habe keinen Stromanschluss. - Aber Ich habe eine Insel. 🏝️
Das Abenteuer Autoladen ist damit vorerst beendet.
Schade eigentlich.
1Phase.pngStecker_lösen.png